Verein Lebensräume für autistische Menschen e.V.

  • Tagesstätte: Hägnach 23, 72074 Tübingen
    Tel. 07071/54970-77, Fax -76
  • Geschäftsführung:
    Annemarie Hopp
    Ob der Ammer 8
    72070 Tübingen
    Tel. 07073 / 3894 Fax 03212-1174234
    info@verein-lebensraeume.de
    Konto 1316133 BLZ 641 500 20 KSK Tübingen

  

                                                                 

 

 

Der Verein Lebensräume für autistische Menschen e.V. mit Sitz in Tübingen ist eine als gemeinnützig anerkannte Initiative betroffener Eltern, die für ihre sehr schwer autistisch behinderten Kinder eine angemessene Betreuung und Versorgung aufbauen. Der Verein ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Baden-Württemberg e.V.

In Baden- Württemberg gibt es bisher keine adäquate Hilfe für autistisch behinderte erwachsene Menschen mit hohem Hilfebedarf.

Der Verein hat daher damit begonnen, den autistisch behinderten Menschen eine auf sie abgestimmte Wohn- und Arbeitsstätte zu schaffen, in der sie direkt ihr Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verwirklichen können.

Der Landkreis Tübingen befürwortet die von dem Verein vorgesehenen Maßnahmen und hat auch die angrenzenden Landkreise von der im Aufbau begriffenen Einrichtung unterrichtet, die auch für Interessierte von dort gedacht ist.


Am 14.09.2009 haben wir zunächst mit der Tagesstruktur begonnen. Dazu hat der Verein ein Haus auf dem Gelände der Sophienpflege in Tübingen-Pfrondorf gemietet, ehemalige Mitarbeiterwohnungen, am Rande des Schönbuchs gelegen, abseits des Autoverkehrs und doch durch eine Buslinie an den ÖPNV angebunden

 

 

Und so sieht jetzt unser Alltag aus:

 

Nach dem Frühstück gehen wir zusammen einkaufen:

In unseren Dorfladen, in den Supermarkt oder in den Baumarkt

.

 

Wir bereiten gemeinsam das Essen vor und kochen.

 

 

Wir machen zusammen die Wäsche. Wir wollen eine Bügelmaschine anschaffen und einen kleinen Bügeldienst anbieten.

 

 

Einmal in der Woche haben wir Ausflugstag.

Wir gehen z.B. nach Tübingen in die Stadtbücherei oder in ein Museum

 

 

Für ältere Nachbarn aus dem Dorf bringen wir das Altglas zum Container.

 

Wir haben noch viele andere Sachen vor:

Brot backen, Marmelade kochen, Gäste einladen zum Grillen …

In unserem Garten wollen wir unser eigenes Gemüse in Hochbeeten anbauen

 

 

 

Unser Projekt hat Modellcharakter. Der Landkreis Tübingen ist mutig vorangegangen, als er diesem Vorhaben zugestimmt hat, und wir können jetzt auch für die umliegenden Landkreise einen Ort anbieten, an dem Menschen mit Autismus eine anregende und lebendige Tagesgestaltung bekommen und wenn auch das Wohnen steht, werden sie unabhängig vom Elternhaus eine eigene Heimat haben, ohne dass sie die sozialen Beziehungen, die sie aufbauen konnten, aufgeben müssen, weil es nur weit weg von hier, z.B. in Niedersachsen (dort sind die ältesten Einrichtungen unserer Art), einen Platz gegeben hätte.

Das Projekt ist langfristig gesichert durch eine Leistungs- und Vergütungsvereinbarung entsprechend dem SGB XII mit dem Landkreis Tübingen. Allerdings geht diese Kalkulation von einer Vollbelegung aus, die am Beginn nicht gegeben sein kann. Daher sind Mittel zur Anschubfinanzierung nötig. Das Projekt muss sorgfältig Schritt für Schritt aufgebaut werden. Es handelt sich um sehr schwer behinderte Menschen, deren Gruppenfähigkeit  erarbeitet werden muss. Die Sache muss wachsen können.

Um diese erste finanzielle Schwelle zu überwinden, sind wir dringend auf private Spenden angewiesen!

Bitte spenden Sie auf Konto Nr. 1316133 des Vereins Lebensräume bei der Kreissparkasse Tübingen, BLZ 641 500 20

Ihre Spende ist steuerlich abzugsfähig. Bis zu 100 € gilt Ihr Kontoauszug als Spendenquittung. Bei Spenden über 100 € erhalten Sie eine Spendenbescheinigung, die Sie bei Ihrer Steuererklärung geltend machen können.

 

 

Kurzfassung unserer Konzeption

für eine Tages- und Wohnstätte für autistisch behinderte Erwachsene mit erheblichem Hilfebedarf

Sie leitet sich ab aus den besonderen Schwierigkeiten und Erwartungen dieser Menschen,

·        die deutlich eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten haben, aber handeln wollen, dies aber oft nicht können, obwohl ihre Motorik nach außen hin unauffällig ist

·        die oft gar nicht oder nur unzureichend sprechen können, aber nicht selten über eine reiche innere Sprache verfügen und manchmal sogar in der Lage sind, sich schriftsprachlich zu äußern, vorausgesetzt, sie bekommen dafür die nötigen Ausfuhrungshilfen

·        die über gute kognitive Fähigkeiten verfügen können mit ausgeprägten Neigungen und Interessen und lernbereit sind, dies aber nicht kundtun können wegen der fehlenden Sprache und eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten

·        die starke Gefühle haben können (Mitleid, Zuneigung, Dankbarkeit, Gerechtigkeitssinn...) und durchaus mit anderen gut auskommen möchten, dies aber nicht zeigen können und bei der Umsetzung sozialer Regeln oft überfordert sind

·        und häufig eine erhöhte Krisenanfälligkeit zeigen, die mit dem oben Genannten zu tun hat, aber auch mit Wahrnehmungsbesonderheiten[1][1]  und Erkrankungen[2][2] .

So brauchen diese Menschen ganz besondere individuelle und umfassende Hilfen, die im Folgenden dargestellt sind:

Hilfen zur Gewinnung von Lebenszutrauen

1.          Pflege umfassender Kommunikation

-       Persönliche Kommunikationsmöglichkeiten finden

-             Bedürfnisse äußern lernen

-             Stellung beziehen

-             Probleme angehen und zu lösen versuchen

-             Über eigene Angelegenheiten mitbestimmen

-             Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit

-             Ablösung bzw. Erweiterung) unterstützender Kommunikationshilfen

2.         Handlungsanbahnung und Handlungsbegleitung[3][3]

-             Basale Tätigkeiten (Hygieneverrichtungen...)

-             Einfache Arbeiten (vor allem lebenspraktischer Art, weil diese immer wieder gebraucht werden/ zum Einsatz kommen und ihr Sinn unmittelbar einsichtig ist)

-             Erweiterte Arbeitsangebote

-             Selbständigkeitstraining: Zurücknahme der unterstützenden Hilfen

3.         Anbahnung und Pflege sozialer Beziehungen und des Miteinanders in einer Gruppe

-             Pflege bestehender Bindungen und Beziehungen

-             Freundschaft

-             Liebe

-             Das Leben in der Gruppe erfahren / mitgestalten: Fragen (Probleme) erörtern, gemeinsame Lösungen suchen..

-             Sozialtraining?

4.         Fähigkeiten und Neigungen entdecken und ausbilden. Am öffentlichen und kulturellen Leben teilhaben

-             Neue Erfahrungen machen können (Orte, Menschen, Tätigkeiten, Gedanken, Gefühle, Wissen...)

-             Interessen / Bedürfnisse pflegen

-             Lernen, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen

5.         Hilfe und Begleitung bekommen in schwierigen Lebenssituationen

-             Hilfe im Umgang mit Wahrnehmungsproblemen

-             Entspannungshilfen: Bewegung, Musik, Pausen/Rückzug....

-             Der Situation angepasste Handlungs- und Arbeitshilfen

-             Selbsthilfemöglichkeiten entwickeln: über sich nachdenken, sich besser kennenlernen....

-             Therapeutische Hilfen

-             Das Gespräch mit Menschen mit ähnlichen Schwierigkeiten

-             Spezielle Hilfen bei Nacht

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[4][1] z.B. Über- oder Unterempfindlichkeit in den Sinnesmodalitäten und Schwierigkeiten bei der Wahrnehmungsverarbeitung

[5][2] z.B. Anfallsleiden

[6]3] Handführung (Affolter), Körperarbeit, Teacch, Stützhilfen...)

 

Wir danken folgenden Stiftungen herzlich für ihre Unterstützung: